Resonanz aus wissenschaftlicher Sicht
Das Phänomen der Resonanz ist vor allem aus der Physik bekannt: Ein Objekt schwingt mit, wenn es durch eine Aussenfrequenz in Nähe seiner Eigenfrequenz f0 angeregt wird.
In der Musik bildet die Bauart eines Instrumentes, der so genannte Resonanzboden, eine natürliche Klangverstärkung.
In der Chemie symbolisiert ein Resonanzpfeil Bindungsverhältnisse, die nicht durch eine einzige Strukturformel ausgedrückt werden, sondern mesomere, d.h. wechselseitige Verbindungen darstellen.
In der Medizin bietet die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) eine diagnostische Technik zur Darstellung der inneren Organe und Gewebe mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen. Im Kernspin-Tomographen befindet sich ein sehr starkes Magnetfeld, das die Atomkerne in eine bestimmte Richtung zwingt. Schon geringfügige Veränderungen im Körper können auf diese Weise entdeckt werden.
Der Soziologe Niklaus Luhmann definierte Resonanz als "Übertragungsmöglichkeit miteinander verbundener Systeme aufgrund bestimmter Gleichartigkeiten". Die Annahmen eines sozialen Systems über die vermeintliche Realität ergeben sich durch die (selbst-referentielle) Operation des Beobachtens. Die Umwelt transportiert keine objektiven Informationen zum System, vielmehr entstehen informative Unterscheidungen durch beobachterinhärente Eigenschaften.
Auch die Psychologie beschäftigte sich mit Resonanz. Bestsellerautor Daniel Goleman analysierte mit seinem Konzept des "resonant leadership" sechs wirksame Führungsstile, denen ein Interaktionskonzept der Resonanz zugrunde liegt.
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